Dokumentar-Theater mit Livemusik

Da stand lange ein Koffer in meinem Keller – sein Inhalt: Liebesbriefe meines Vaters an meine Mutter während des zweiten Weltkrieges, wo er in Krakau am „Institut für Deutsche Ostarbeit“ arbeitete. Was hat dieses Institut, was hat mein Vater da eigentlich gemacht? Ich habe ihn nie kennengelernt. Sein oberster Chef dort: Hans Frank, Hitlers Generalgouverneur im besetzten Polen. Was nicht in den Briefen meines Vaters steht, schreibt Franks jüngster Sohn Niklas in seinem Buch „Der Vater. Eine Abrechnung“. Niklas Frank war sieben Jahre alt, als sein Vater in Nürnberg als Kriegsverbrecher vor Gericht stand und zum Tod verurteilt wurde, Ich war damals drei – wie Jako, als sein Vater in Auschwitz umgebracht wurde. Jako ist die Hauptfigur in dem polnischen Theaterstück „Der Koffer“ von Malgorzata Sikorska-Miszczuk. Szenen daraus haben wir mit Frankfurter Schüler(inne)n geprobt und mit der Kamera aufgezeichnet. Meine Spurensuche ist der rote Faden unserer Collage aus Theater, Live-Musik und Videos.

Spieltermine:

8.11.18 – 11h,   9.11.18 – 11h & 19h,  10.11.18 – 19h

http://www.theaterhaus-frankfurt.de

Auskunft über organisatorische, technische und finanzielle Bedingungen bei Gastspielen auf Anfrage. Kontakt: cornelia.niemann1@web.de

Es gibt ganz bewusst kein ausgesprochenes Bühnenbild, wir wollen flexibel für Gastspiele in Schulen, Bürgerhäusern, aber auch in kleineren Theatern, Studiobühnen etc. sein. Vielleicht auch Auftritte bei Tagungen? Da es sich um eine Collage handelt, lassen sich für solche Gelegenheiten eventuell auch kürzere Ausschnitte herauslösen.

Die Premiere (Abendvorstellung) hat gezeigt, dass das Stück vor einem „erwachsenen“ Publikum sehr gut funktioniert. In den Vormittagsvorstellungen mit Oberstufen- und Hauptschulklassen war die Atmosphäre sehr konzentriert, die Aufführung scheint eine gute Ergänzung zum Lehrplan zu sein. In den ca. einstündigen Gesprächen danach kamen viele interessierte Fragen und Anregungen.

Cornelia Niemann

Presse:

Frankfurter Rundschau vom 30.1.2018 “Die Schönheiten Krakaus“ von Stefan Michalzik

Eine Geschichte, so spannend erzählt wie ein Krimi. Lange Zeit hat die Frankfurter Schauspielerin und Kabarettistin Cornelia Niemann einen Koffern mit Liebesbriefen ihrer Eltern in ihrem Keller liegen gehabt. Nun hat sie mithilfe des Internets die Geschichte ihres Vaters recherchiert, den sie nie kennengelernt hat.Davon erzählt sie in ihrem Stück „Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?“

……dieses Stück ist enorm materialreich, die Erzählung wechselt zwischen verschiedenen Ebenen, dabei ist sie glasklar strukturiert. Zu Beginn kommentiert Niemann als Off-Sprecherin Videobilder aus dem heutigen Krakau. ..die Briefe des Vaters künden gleichfalls von den Attraktionen Krakaus und von einer ganz banalen Normalität – derweil im nicht weit entfernten Auschwitz fabrikmäßig Menschen, vorwiegend Juden umgebracht wurden.

…..Es ist ein faszinierend vielschichtiger Theaterabend, der unter der Regie von Sabine Loew entstanden ist. Martin Lejeune an E- Gitarre und elektronischem Instrumententarium steuert eine im besten Sinne filmmusikalische improvisatorische Musik bei….

In seiner triftig durchdacht collagierten Form ist das ein unbedingt sehenswertes Juwelstück des dokumentarischen Theaters.

Cornelia Niemann, Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?

Media:

HR2 Podcast, Interview mit Cornelia Niemann vom 24.1.2018

Trailer:

Szenenfotos (Alexander Paul Englert):

Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben? Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?

Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?

Cornelia Niemann